Kfz-Wechselsaison: Fazit

Warum weniger wechseln als gedacht

Die Kfz-Wechselsaison war diesmal anders als erwartet: Viele haben ihre Police geprüft – aber längst nicht alle haben wirklich gewechselt. Warum das so ist, welche Anbieter trotzdem profitieren und worauf du jetzt achten solltest, bevor du vorschnell reagierst, liest du hier.

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21.01.2026
Die Beiträge steigen, das merken fast alle Autofahrer:innen. Und trotzdem ist in der aktuellen Kfz-Wechselsaison etwas passiert, das auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt: Es wurde deutlich weniger gewechselt als im Jahr zuvor. Heißt das, die Menschen sind plötzlich zufriedener mit ihrer Versicherung? Schauen wir uns die Lage mal genauer an.
Weniger Wechsel als 2024 – aber immer noch Millionen

In der Wechselsaison 2025 – also im Herbst – haben rund 1,7 Millionen Kfz-Verträge den Anbieter gewechselt. Hintergrund ist der jährliche Kündigungsstichtag zum 30. November, denn die meisten Kfz-Verträge haben ihre Hauptfälligkeit zum 1. Januar. Zum Vergleich: 2024 waren es noch etwa 3,2 Millionen Verträge. Die Wechselaktivität hat sich also nahezu halbiert – trotz erneuter Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung.

Von Stillstand kann dennoch keine Rede sein. Denn wer gewechselt ist, konnte im Schnitt 139 Euro sparen. Bei einem durchschnittlichen Jahresbeitrag von 769 Euro – das sind 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr – wurden so insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro an Prämien zu anderen Versicherern verschoben. Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, wie viele gewechselt haben. Sondern wer gewechselt ist – und aus welchen Gründen.

Warum steigende Beiträge nicht automatisch mehr Wechsel bedeuten

Eigentlich gilt eine einfache Logik: Beitrag rauf, Wechselimpuls da. Und ja – der Jahresbeitragsbrief bleibt einer der häufigsten Auslöser, sich überhaupt mit der eigenen Police zu beschäftigen. Dass 2025 trotzdem deutlich weniger gewechselt wurde, hat aber mehrere Gründe. Viele Versicherte haben mit einer Erhöhung gerechnet. Nach Jahren steigender Reparaturkosten, teurer Ersatzteile und wachsender Schadenaufwendungen war klar, dass es nicht günstiger wird (in Deutschland rechnet aktuell niemand ernsthaft mit sinkenden Versicherungspreisen). Der große Beitragsschock blieb also tatsächlich häufig aus. Und wer auf Veränderungen vorbereitet ist, reagiert ruhiger und nimmt sich Zeit, die Hintergründe einer Erhöhung zu verstehen – und handelt nicht sofort.

Hinzu kommt die gesamtwirtschaftliche Lage. In angespannten Zeiten überlegen sich viele zweimal, ob sie einen funktionierenden Vertrag aufgeben. Nicht wenige bleiben lieber dort, wo sie wissen, wie Schadenabwicklung und Service laufen – selbst wenn es etwas teurer wird.

Der Preis ist dabei wichtig, keine Frage. Aber er ist nicht alles. Entscheidend ist auch, wie Erhöhungen kommuniziert werden. Wer vorab informiert wird, wechselt deutlich seltener. Transparenz wirkt dämpfend. Überraschungen hingegen treiben Menschen in den Vergleich und lösen eher reflexartige Entscheidungen aus. Es geht also längst nicht nur um Eurobeträge, sondern um Erwartungsmanagement und Vertrauen.

Wer vom Wechselgeschäft profitiert

Tatsächlich spielen Direkt- und Onlineanbieter eine zentrale Rolle. Rund ein Drittel aller Neuabschlüsse entfällt inzwischen auf Versicherer, die ohne klassisches Agenturnetz arbeiten. Gleichzeitig bündelt sich das Neugeschäft auffällig stark bei wenigen bekannten Namen. Fast jede zweite neue Police entfiel auf nur fünf Anbieter:

  • ADAC Versicherungen
  • Allianz
  • AXA
  • HUK24
  • HUK-Coburg

Zusammen vereinen sie 48 Prozent aller Neuabschlüsse auf sich. Weitere 20 Prozent entfallen auf Gesellschaften wie Allianz Direkt, Barmenia Direkt, DA Direkt, DEVK und VHV. Am Ende landen damit rund 70 Prozent des gesamten Wechselgeschäfts bei gerade einmal zehn Versicherern. Wer wechselt, landet also meistens nicht bei Exoten, sondern bei Anbietern mit hoher Sichtbarkeit, klarer Positionierung und einfacher Vergleichbarkeit.

Auffällig ist dabei nicht nur die Anzahl der Wechsel, sondern auch das Verhalten der Wechselnden. Wer digital unterwegs ist – über Apps, Kundenportale oder Vergleichsseiten – reagiert schneller auf Veränderungen und vergleicht konsequenter. Dass vor allem Direkt- und Onlineanbieter vom Wechselgeschäft profitieren, ist daher kein Zufall.

Warum KI plötzlich eine Rolle spielt

Vor allem jüngere Versicherte nutzen zunehmend KI-basierte Suchmaschinen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Nicht als Ersatz für Beratung, sondern als Orientierung: Was bedeutet diese Erhöhung? Gibt es Alternativen? Welche Anbieter kommen überhaupt infrage? Das ist weniger ein Technik-Trend als eine Reaktion auf Überforderung. KI wird genutzt, weil etwas anderes fehlt oder schwieriger geworden ist: Der Markt ist komplex, Tarife sind schwer vergleichbar, Begriffe oft sperrig. KI hilft dabei, Informationen einzuordnen und verständlich aufzubereiten.

Für die klassische Beratung ist das kein Untergangsszenario – aber ein klares Signal. Wer KI ignoriert, überlässt die erste Einordnung anderen. Wer sie gezielt einbindet, kann genau dort ansetzen, wo automatisierte Antworten aufhören.

Was für Makler:innen zählt

Die Wechselsaison 2025 zeigt einmal mehr: Beratung wird nicht überflüssig – sie wird anspruchsvoller. Und KI hebt die Messlatte zusätzlich an. Wer Kund:innen früh vorbereitet, Entwicklungen erklärt und wirtschaftliche Zusammenhänge einordnet, reduziert den Wechseldruck. KI kann Informationen liefern, aber keine individuelle Risikoabwägung. Und genau hier liegt der wertvolle Unterschied für alle Makler:innen. Wer smart ist, macht den vermeintlichen Konkurrenten zum Werkzeug – und stärkt damit die eigene Beratung.

Und was heißt das für Autofahrer:innen?

Für Versicherte bedeutet das vor allem eins: Ruhe bewahren und vergleichen – aber nicht kopflos. Ein Wechsel kann sich lohnen, besonders bei deutlichen Erhöhungen. Aber Achtung: Beliebt heißt nicht automatisch stabil.

Im Wechsel-Fieber geht oft unter, dass hohe Abschlusszahlen nichts darüber aussagen, wie nachhaltig ein Versicherer kalkuliert. Viele Neukund:innen können auch das Ergebnis besonders günstiger Einstiegstarife sein, die später angepasst werden müssen. Gerade im aktuellen Marktumfeld mit hohen Schadenkosten und steigenden Werkstattpreisen lohnt sich deshalb der zweite Blick – und im Zweifel eine individuelle Einordnung durch eine erfahrene Versicherungsmakler:in.

Deshalb ist es genauso legitim, nach einer Preiserhöhung bei der laufenden Versicherung zu bleiben, wenn Leistung, Service und Schadenabwicklung überzeugen. Wichtig ist, die eigene Police regelmäßig zu prüfen und zu verstehen, warum der Beitrag steigt. Nicht nur, dass er steigt. Und vor allem nicht vorschnell davon auszugehen, dass KI persönliche Beratung ersetzt.

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