PKV-Beschwerden

Verbraucherzentrale meldet Anfragenflut

Bei der Verbraucherzentrale Hamburg laufen die Leitungen aktuell besonders heiß. Grund dafür sind zahlreiche Betroffene der PKV-Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel, die nun Hilfe suchen. Während Verbraucherschützer:innen zur Vorsicht mahnen, spricht der PKV-Verband von einer möglichen Marketing-Aktion.

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04.02.2026
Das Kalenderjahr ist für viele privat Krankenversicherte teuer gestartet: mit Beitragserhöhungen, die nicht nur spürbar, sondern in einzelnen Fällen sehr hoch ausfallen. Während steigende Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung regelmäßig öffentlich diskutiert werden, geraten Entwicklungen in der privaten Krankenversicherung oft erst dann in den Fokus, wenn sie sehr konkret werden – etwa durch ein Erhöhungsschreiben im Briefkasten.
Deutlich mehr Beratungsanfragen zur PKV

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg melden sich derzeit vermehrt Privatversicherte, die ihre Beitragserhöhungen prüfen lassen wollen. In der Beratungspraxis zeigt sich dabei ein breites Spektrum – von moderaten Anpassungen bis hin zu sehr starken Beitragssprüngen, die viele Betroffene verunsichern. Besonders auffällig sind Einzelfälle mit außergewöhnlich hohen Erhöhungen: Laut Verbraucherzentrale Hamburg wurden Versicherte beraten, deren Beiträge um mehr als 50 % gestiegen sind. In einem besonders gravierenden Fall erhöhte sich der Monatsbeitrag eines Rentners um 119 % – von rund 316 Euro auf etwa 692 Euro. Uff.

Wichtig für das Verständnis: In der privaten Krankenversicherung orientieren sich die Beiträge – anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung – nicht am Einkommen, sondern am individuellen Tarif und am versicherten Risiko. Dieses ist in jüngeren Jahren in der Regel geringer, weshalb die Beiträge zu Beginn oft niedriger ausfallen. Mit zunehmendem Alter steigen die Leistungsausgaben – und damit auch die Prämien.

Gerade im höheren Alter wird diese Problematik also besonders deutlich. Mit zunehmendem Alter steigen die Leistungsausgaben, während die finanziellen Spielräume häufig kleiner werden. Kommt es dann zu deutlichen Beitragserhöhungen – wie sie die Verbraucherzentrale Hamburg insbesondere bei älteren Versicherten beobachtet –, müssen Ausgaben an anderer Stelle reduziert oder Rücklagen angegriffen werden. Für viele bedeutet das eine spürbare, teils existenzielle Belastung. Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung in diesen Fällen in der Regel ausgeschlossen ist. Diese fehlende Option verstärkt bei vielen Betroffenen das Gefühl, nur noch begrenzt reagieren zu können.

Tarifwechsel: Entlastung mit Grenzen

In der Beratungspraxis der Verbraucherzentrale wird häufig geprüft, ob ein interner Tarifwechsel beim bestehenden Versicherer infrage kommt. Dieser Ansatz kann kurzfristig entlasten und ist oft der erste Schritt, den Versicherte gehen. Allerdings berichten mehrere Ratsuchende, dass sie selbst nach einem kürzlich erfolgten Tarifwechsel erneut mit Beitragserhöhungen konfrontiert wurden. Ein Tarifwechsel kann die Kosten zunächst senken, ändert jedoch nichts an den grundsätzlichen Kostenmechanismen der PKV. Weitere Anpassungen sind langfristig trotz Tarifwechsel weiterhin möglich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, vor einem Wechsel die Leistungen, Selbstbehalte und die langfristige Beitragsentwicklung sorgfältig und am besten mit professioneller Unterstützung zu prüfen.

Zugleich spricht sich die Verbraucherzentrale dafür aus, den Zugang zur PKV künftig strenger zu gestalten. Diskutiert wird etwa, dass die Versicherungspflichtgrenze über mehrere Jahre hinweg überschritten werden muss, bevor ein Wechsel möglich ist. Ziel ist es, vorschnelle Entscheidungen zu verhindern, die sich später als finanziell problematisch erweisen könnten.

PKV-Verband wehrt sich und fordert Öffnung des Standardtarifs

Der PKV-Verband sieht die aktuelle öffentliche Berichterstattung über extreme Beitragssprünge kritisch. Zwar handele es sich bei den genannten Beispielen zweifellos um außergewöhnliche Fälle. Das Herausstellen einzelner Extrembeispiele sei jedoch problematisch, da wichtige Hintergrundinformationen fehlen – etwa dazu, wann es zuletzt eine Beitragsanpassung im jeweiligen Tarif gab oder wie stark die Leistungsausgaben gestiegen sind.

In diesem Zusammenhang verweist der PKV-Verband darauf, dass die Beitragsanpassungen zum Januar 2026 im Durchschnitt bei rund 13 % liegen, also der Mittelwert. In der Praxis fallen Anpassungen je nach Tarif allerdings sehr unterschiedlich aus – was erklärt, warum individuelle Beitragserhöhungen deutlich über dem Durchschnitt liegen können.

Die Gründe für die Beitragserhöhungen sieht der Verband im System der PKV selbst sowie in strukturellen Kostentreibern des Gesundheitssystems. Beiträge richten sich nach Tarif, Risiko und der Kostenentwicklung innerhalb eines Tarifkollektivs. Wurden Tarife über mehrere Jahre nicht angepasst, können spätere Korrekturen entsprechend deutlicher ausfallen. Hinzu kommen steigende Behandlungskosten sowie gesetzliche Reformen, etwa im Krankenhaus- oder Notfallbereich, die die Versicherer erheblich belasten. Maßnahmen wie die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung – etwa elektronische Patientenakten oder E-Rezepte – sollen langfristig zu mehr Effizienz beitragen. Kurzfristig zeigen sich diese Effekte jedoch aktuell nicht in stabileren Beiträgen.

Als mögliche Entlastungsoption verweist der PKV-Verband zudem auf sogenannte Sozialtarife. Dazu zählt der Standardtarif, der für langjährig privat Versicherte mit deutlich niedrigeren Beiträgen verbunden ist, allerdings auch mit einem Leistungsniveau auf GKV-Niveau. Für viele Versicherte ist dieser Tarif jedoch nicht zugänglich, da er für Personen, die nach 2009 in die PKV gewechselt sind, geschlossen ist. Für diese Gruppe bleibt im Fall finanzieller Schwierigkeiten lediglich der Basistarif. Dieser steht zwar grundsätzlich offen, gilt jedoch häufig nicht als echte Entlastung, da die Beiträge weiterhin hoch ausfallen können. Der PKV-Verband spricht sich daher für eine erneute Öffnung des Standardtarifs aus.

Keine Panik – aber Einordnung

Unabhängig von der Bewertung einzelner Zahlen zeigt sich aktuell vor allem eines: Viele privat Versicherte fühlen sich durch die Beitragserhöhungen verunsichert und suchen Orientierung. Die gestiegene Nachfrage bei der Verbraucherzentrale Hamburg macht deutlich, dass der Erklärungsbedarf groß ist – nicht nur bei extremen Fällen, sondern auch bei moderateren Anpassungen, deren Hintergründe für viele schwer nachvollziehbar sind.

Die Verbraucherzentrale rät daher, Beitragserhöhungen sorgfältig zu prüfen und nicht vorschnell zu reagieren. Ein Tarifwechsel sollte immer unter Berücksichtigung der Leistungen, Selbstbehalte und der persönlichen Lebenssituation erfolgen. Unabhängige Beratung kann helfen, langfristig nachteilige Entscheidungen zu vermeiden.

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